Eine kurze Geschichte von LTE

Die kurze Geschichte von LTE zeigt: Die Zyklen, in denen neue Technologien aufeinander folgen, werden auch im Mobilfunk immer kürzer.

Gerade mal fünf Jahre dauerte es vom Startschuss bis zur Einführung. Damit folgt der Mobilfunk einem Trend, der sich bei neuen Technologien beobachten lässt: Was heute auf den Markt gebracht wird, kann morgen schon eine Millionenkundschaft haben.

Der digitale Mobilfunk: von GSM zu LTE

28 Jahre brauchten die ersten Telefone, um die 10-Millionen-Grenze an Benutzern zu knacken. Das Kabelfernsehen schaffte es in 25 Jahren, das Mobiltelefon in neun Jahren, die Datenübertragung per Funk in sechs Jahren, von null auf zehn Millionen Kunden zu kommen. Immer schneller werden neue Techniken vom Massenmarkt akzeptiert.

Die neuen LTE-Technologien wurden so schnell entwickelt wie keine andere Telekommunikationstechnologie. Zum Vergleich: 1982 begann die Entwicklung von GSM durch eine „Groupe Spécial Mobile“. Sie wurde ins Leben gerufen von der Europäischen Konferenz der Post- und Telekommunikationsbehörden. 1991 ging das erste GSM-Netz in Finnland auf Sendung. 1992 setzte sich GSM international am Markt durch. 1987 startete die UMTS-Grundlagen-Forschung, 1992 legte man die Frequenzen dafür festlegte, 2001 startete das erste kommerzielle UMTS-Netz, es folgen die Standards für die Zusatztechnik zum schnellen Senden HSDPA (2002) und HSUPA (2005).

Die UMTS-Technologie wurde anfangs zögerlich entwickelt – man hatte ja schon einen digitalen Mobilfunkstandard und die Zahl der Anwendungen für eine schnellere Datenfunk-Übertragung war damals noch sehr überschaubar. Später wurden die Netze zögerlich aufgebaut, teils weil man zu hohe Lizenzgebühren bezahlt hatte und das Geld für Investitionen fehlte, teils weil Anwendungen die schnellen Gewinn bringen, nicht in Sicht waren.

Bei LTE geht es Schlag auf Schlag

Bei LTE geht alles sehr viel schneller. Denn die Anwendungen, die immer mehr Daten immer schneller über Funk übertragen müssen, sind schließlich schon am UMTS-Markt.

Als Geburtsstunde von LTE gilt der November 2004, als im kanadischen Toronto ein Workshop zu Funknetzen und LTE stattfand. Über Vierzig Mobilfunkbetreiber waren vertreten, dazu Forschungsinstitute und Universitäten. Als Resultat entstand eine Studie, wie man zügig ein schnelles Datennetz entwickeln und aufbauen könne, das kurze Reaktionszeiten hat und annähernd die Leistung eines kabelgebundenen Netzes bringt.

Im Juni 2007 werden die Standards für die neue Mobilfunktechnik festgeschrieben. 2008 stellt Ericsson beim Mobil World Congress in Barcelona, erstmals eine LTE-Verbindung zwischen zwei kompakten Endgeräten her, es wird eine Übertragungsgeschwindigkeit von 25 Megabit pro Sekunde erreicht. Ende 2008 kann die koreanische LG den ersten einbaufertigen LTE-Chip vorstellen, er erreicht 60 MBit/s.

Im Dezember 2009 wird schließlich das erste kommerzielle LTE-Netz in Schweden in Betrieb genommen, im Spätsommer und Herbst 2010 sind in Deutschland die ersten LTE-Sendemasten betriebsbereit.

LTE: „Die sich am schnellsten entwickelnde Technik“

Für die Global Suppliers Association, einen weltweiten Interessenverband der Mobilfunkindustrie, ist LTE heute „die sich am schnellsten entwickelnde Technologie in der Geschichte der Telekommunikation“.

Mittlerweile sind kommerzielle großflächige LTE-Netze in vielen Teilen der Welt verfügbar.