26.02.2013

LTE-Netzausbau verläuft in Deutschland unterschiedlich

LTE ist schon längst in der mobilen Gesellschaft angekommen. Zahlreiche Werbeplakate sind an Bahnhöfen und Litfaßsäulen zu begutachten und mit einem LTE-fähigen Gerät ist breitbandiges Internet sogar in ländlichen Regionen oft konstant zu empfangen.

Doch ist dies nicht immer der Fall. Ein wichtiger Faktor dabei ist die Wahl des Netzes, denn nicht alle Netzbetreiber sind auf dem gleichen Stand beim Ausbau von LTE.

Erfolg des Ausbaus von LTE

Im Großen und Ganzen kann man durchaus von einem Erfolg sprechen, wenn es um den Netzausbau geht. Die Netztechnik und auch entsprechende Geräte für den Highspeed-Standard waren schnell verfügbar. Und auch wegen der hohen Nachfrage der Kunden konnte der Netzausbau stetig vorangetrieben werden.

Nun ist in ländlichen Regionen das mobile Highspeed-Internet weitestgehend verfügbar und auch in den Städten wird kräftig am LTE-Netz ausgebaut.

Vodafone als Vorreiter

Es lassen sich allerdings große Unterschiede bei der Verfügbarkeit von LTE erkennen, wenn man die verschiedenen Netzbetreiber miteinander vergleicht. So dominieren bislang Vodafone und die Deutsche Telekom den Netzausbau, O2 kann dort nicht mithalten. E-Plus setzt derzeit noch auf HSPA+, einen anderen Netzstandard.

Vodafone startete als erster Anbieter seinen Betrieb von LTE. Im Sommer 2010 begann das Düsseldorfer Unternehmen, ländliche Räume mit LTE zu versorgen und bot bereits im Dezember 2010 LTE-Tarife und Hardware an. Durch den frühen Start des Ausbaus schaffte es Vodafone, mittlerweile 60 Prozent des Bundesgebiets mit LTE zu versorgen. In fast allen Großstädten und in vielen ländlichen Regionen ist LTE mit dem Vodafone-Netz zu empfangen, rund 4.600 Basisstationen des Düsseldorfer Unternehmens sind LTE-fähig.

Effektiver Ausbau auch bei der Telekom

Die Deutsche Telekom hingegen schaffte es erst fünf Monate nach Vodafone, mit LTE ans Netz zu gehen. Dennoch ist der Ausbau der Telekom mit jenem von Vodafone vergleichbar. Bruno Jacobfeuerborn, der Geschäftsführer Technik bei der Telekom Deutschland GmbH, erklärt, dass in 100 deutschen Städten bereits ein guter Ausbaustand erreicht sei und über 2.700 ländliche Regionen mit LTE versorgt seien. Ein direkter Vergleich mit der Konkurrenz ist jedoch nicht möglich, da das Unternehmen die entsprechenden Zahlen nicht bekanntgeben möchte.

E-Plus und O2 liegen zurück

Weit weniger Abdeckung ist durch Telefónica O2 gewährleistet. O2 versorgt derzeit rund 15 Prozent der deutschen Bevölkerung, und das nur in Städten. „Wir bieten LTE aktuell in Frankfurt/Offenbach, Köln, Nürnberg, Dresden sowie Leipzig/Halle an“, äußert Heiko Hambückers, Vice President Indirect & Franchise Sales. Demnächst soll das Highspeed-Internet in weiteren Metropolen, wie Berlin, München oder Hamburg verfügbar sein.

E-Plus hingegen hält sich beim Thema LTE noch zurück. Das Unternehmen sieht das Interesse der Kunden als verhalten an und spielt eher die Rolle des Beobachters, was die Resonanz von LTE angeht.

Verfügbarkeit hängt von Frequenzbändern ab

Die Verfügbarkeit von LTE hängt unter anderem von den Frequenzen ab, über die LTE bereitgestellt wird. In Deutschland sind die Frequenzbänder um 800, 1.800 und 2.600 MHz verfügbar. Die Frequenzbänder unterscheiden sich in ihrer Reichweite und in ihrer Geschwindigkeit. So sind höhere Frequenzen zwar schneller, haben jedoch eine geringere Reichweite.

Für die Frequenzbänder wurden Lizenzen versteigert, die den Netzanbietern den Ausbau auf der jeweiligen Frequenz ermöglichte. So haben beispielsweise Vodafone, Telekom und O2 zu gleichen Teilen Lizenzen für die 800 MHz-Frequenz ersteigert, mit der großflächige Abdeckung möglich ist. In Städten verwendet die Telekom jedoch LTE 1.800, womit bessere Geschwindigkeit zu erreichen ist. Jeder Netzbetreiber versucht, mit seiner eigenen Strategie erfolgreich zu sein.

LTE bis 2015 flächendeckend verfügbar

Bis 2015 soll LTE flächendeckend in Deutschland verfügbar sein – davon gehen zumindest alle Netzbetreiber aus. Gebiete ohne Empfang für mobiles Internet werden demnach immer seltener und die Übertragungsraten immer schneller. Welcher Netzbetreiber jedoch zukünftig die Nase vorn hat, ist noch nicht zu ermessen.

Autor: LS