21.07.2016

Datenautomatik: Handy-Internet-Tarife und Anbieter im Test

Wer mit dem Mobiltelefon mobile Dienste wie Whatsapp oder Youtube-Videos nutzen will, benötigt einen Internet-Datenflatrate-Tarif. Allnet-Flat-Tarif-Angebote für das Mobiltelefon enthalten in der Regel ein Datenpaket für mobile Internetnutzung.

In der Vergangenheit kam nach dem Verbrauch des monatlichen Download Volumens die Drosselung: dabei wurde die Übertragungsgeschwindigkeit auf GPRS-Niveau reduziert. Einige Anbieter haben nun eine neue Regelung eingeführt.

Die sogenannte Allnet-Datenautomatik führt zum automatischen Zubuchen von kostenpflichtigen Datenpaketen. Lesen Sie hier, was das bedeutet und wie sie als Kunde damit umgehen können.

Mobiltelefon-Datenautomatik: So funktioniert die automatische Zubuchung

Kunden mit einem Smartphone-Flatrate-Tarif der Telekom betrifft das Thema Datenautomatik nicht. Die Deutsche Telekom führt in ihren Tarifen keine automatische Zubuchung durch. Bei Vodafone und Telefónica o2 gibt es automatische Aufbuchungen, die sich je nach Tarifreihe etwas unterscheiden. In der Regel verlangen die Allnet-Tarif-Anbieter zwischen 2 und 3 Euro für Datenpakete von 100 Megabyte bzw. 250 MB. Nach Verbrauch des Datenvolumens erhält der Kunde eine SMS des Anbieters, die ihn über die Datenautomatik informiert. Teilweise kann der Kunde widersprechen, manche Anbieter führen die Zubuchung aber automatisch durch ohne die Möglichkeit, sie abzulehnen. Die automatische Aufbuchung von Surfvolumen erfolgt pro Nutzungsmonat bis zu drei Mal.

Zusätzliches Volumen: Datenautomatik bei Vodafone

Alle Mobiltelefon-Tarife der Red-Familie sind mit einer Datenautomatik ausgestattet, Vodafone nennt das SpeedGo. Ist das monatliche Surfvolumen aufgebraucht, werden automatisch weitere 250 MB an schnellem Datenvolumen freigeschaltet. Der Preis für das zusätzliche Download Volumen beträgt 3 Euro. Die Erweiterung kann bis zu 3 Mal pro Monat erfolgen. Vodafone-Kunden erhalten bei Verbrauch von 90 Prozent des Inklusivvolumens eine SMS, dass bei 100 Prozent weitere 250 MB freigeschaltet werden. Der Nutzer kann die kostenpflichtige Zubuchung von Datenpaketen per SMS ablehnen. In diesem Fall sinkt die Download-Geschwindigkeit nach Verbrauch des Monatsvolumens auf maximal 32 kbit/s. Kunden, die dauerhaft kein zusätzliches Volumen buchen möchten, können die Datenautomatik über die Vodafone-Hotline abschalten lassen.

Smartphone-Datenautomatik: Automatische Zubuchung bei Telefónica o2

Der Mobilfunkanbieter Telefónica hat die Datenautomatik für alle Blue-Flatrates eingeführt. Nach Verbrauch des monatlichen Datenpakets werden automatisch 100 Megabyte für 2 Euro zugebucht. Der Kunde wird per SMS über die Zubuchung informiert. Die Datenautomatik erfolgt bis zu drei Mal pro Monat, kann aber mit einem Anruf bei der Kunden-Hotline gekündigt werden.

Das Landgericht München I hat im März 2016 entschieden, dass das automatische Nachbuchen von kostenpflichtigem Surfvolumen unzulässig sei. Der Bundesverband der Verbraucherzentrale (VZBV) hatte Klage dagegen erhoben. Der Kunde müsse jeder Extrazahlung aktiv zustimmen, so die Aussage des Gerichtes, nur dann seien Entgelte für weitere Leistungen zulässig. Inzwischen hat Telefónica o2 beim Oberlandesgericht München Berufung gegen das Urteil eingelegt.

Datenautomatik bei Drillisch-Handy-Flatrates

Auch der Mobilfunkanbieter Drillisch Online hat einige Marken mit Datenautomatik ausgestattet. So erhalten Kunden der Marken Yourfone, smartmobil, DeutschlandSIM und WinSIM kostenpflichtige Zubuchungen, die nicht abgelehnt oder gekündigt werden können.

Insgesamt gilt: Nutzer, die oft an die Grenzen ihres Download Volumens stoßen, sollten einen Handy-Flatrate-Tarif mit einem größeren Monatsvolumen buchen. Das ist auf Dauer sinnvoller als die regelmäßige Zubuchung von kleinen Datenpaketen.

Autor: FN