LTE: Die Sendefrequenzen

LTE-Netze werden derzeit weltweit aufgebaut, das ist die gute Nachricht. Die Mobilfunkwelt hat sich damit auf eine Technik geeinigt, die ihr zukunftssicher scheint.

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Doch der Teufel steckt wie immer im Detail. Denn Globetrotter, die ständig von einem Land ins andere reisen, werden auch die neue Mobilfunktechnik LTE weltweit nur nutzen können, wenn Sie Funkmodems an Bord haben, welche auf den unterschiedlichen Frequenzen funken, die derzeit für LTE genutzt werden.

Welche Frequenz genutzt wird, hat auch für die praktische Nutzung des LTE-Netzes Bedeutung: Je nach Frequenz ist die Reichweite eines Senders mal größer mal kleiner, die Funksignale dringen mal besser mal schlechter in Gebäude vor.

Die Frequenz bestimmt die Reichweite

Konkret: Je kleiner die Zahl ist, welche die Wellenlänge bezeichnet, desto weiter dringt das Funksignal vor. Je größer die Zahl ist, welche die Wellenlänge bezeichnet, desto kürzer ist die Reichweite.

Ein LTE-Funkmast, der auf 800 Megahertz sendet, hat eine Reichweite von maximal zehn Kilometern. Die ist allerdings stark vom Gelände und von Hindernissen, die sich dem Signal in den Weg stellen. Berge oder Hügel beispielsweise können hier einen Funkschatten erzeugen, die Reichweite kann auf bis zu drei Kilometer sinken. Bei freier Sicht auf den Funkmast kann umgekehrt die Reichweite auch mal höher sein, insbesondere wenn ein Kunde eine LTE-Außenantenne samt Verstärker einsetzt. In Internetpublikationen wird für LTE mit 2600 Megahertz etwa eine Reichweite von 300 Metern bis zu über einem Kilometer im Umkreis des Sendemastes angegeben – für die Nutzung innerhalb von Gebäuden. Hier spielt allerdings die Art der Bebauung und das Gelände eine große Rolle – also ist es etwa ein Zentrum mit sehr dichter Bebauung oder eine Vorortsiedlung im Grünen in dem der Sender steht.

Die Wahl der Frequenz hat also Auswirkungen für die Konstruktion des Netzes: LTE-800 reicht sehr weit. Damit ist es für die Versorgung von dünner besiedelten Gebieten geeignet. 2600 hat eine kurze Reichweite, also ist dies eine Frequenz für Großstädte, in denen ich viele Sendestationen dicht aufeinander packen muss, um möglichst vielen Nutzern diesen Dienst anzubieten. Den je mehr Stationen es gibt, desto weniger Nutzer müssen sich die Funkkapazität eines einzelnen Senders teilen – je mehr Stationen, desto mehr Tempo für alle.

Die LTE-Frequenzen in Europa

 

In Europa scheinen sich derzeit drei Haupt-Frequenzen für die LTE-Nutzung abzuzeichnen. 800, 1800 und 2600 Megahertz. In Deutschland werden alle drei Frequenzen genutzt: Die Telekom wird LTE auf den besagten drei Funkbändern betreiben, 800 MHz auf dem Lande, in der Stadt vorrangig 1800 und ergänzend 2600 MHz. Vodafone und O2 werden 800 Megahertz auf dem Lande und 2600 Megahertz in der Stadt nutzen.

Im Nachbarland Österreich wird, ebenso wie in Schweden, Estland, und Norwegen einstweilen nur auf 2600 Megahertz gefunkt. In Schweden wird LTE jedoch bald auch auf 800 Megahertz ausgebaut werden. In Finnland werden 2600 Megahertz und 1800 Megahertz genutzt.

In Polen wird derzeit ein LTE-Netz auf 1800 Megahertz aufgebaut, in Litauen und Lettland gibt es schon LTE-Netze, die auf dieser Frequenz funken. In Dänemark betreibt Telia Sonera LTE auf 2500 Megahertz.

LTE: Diese Frequenzen wird es weltweit geben

Weltweit, so haben die Analytiker des Verlages „Informa“ herausgefunden, will insgesamt die Hälfte der zukünftigen LTE-Betreiber die Frequenz von 2600 Megahertz nutzen. Als zusätzliche Frequenzen werden auf dem zweiten Platz 800 Megahertz und 700 Megahertz genannt.

Die 800 Megahertz-Frequenz wurde und wird in europäischen Ländern nach der Abschaltung des analogen Fernsehens als „digitale Dividende“ für den Mobilfunk frei. In den USA und anderen Ländern Amerikas liegt diese „digitale Dividende“ bei 700 Megahertz, folglich betreiben die US-amerikanischen Mobilfunker LTE erst mal auf dieser Frequenz, andere Staaten des Kontinents könnten folgen. 700 und 800 Megahertz werden auch in etlichen asiatischen Ländern als Frequenzen ins Auge gefasst.

Doch abseits dieser drei Funkkanäle beginnt die Vielfalt, unterschiedliche Frequenzen werden für LTE in den verschiedenen Welt-Regionen ins Auge gefasst. Spitzenreiter in der Frequenzvielfalt ist der asiatisch-pazifische Raum mit 11 verschiedenen LTE-Frequenzen.

Immerhin gibt es bei aller Vielfalt für jede Weltregion ein paar Frequenzen, die bevorzugt werden: In West- und Osteuropa sind das 800, 1800 und 2600 Megahertz. Auf dem amerikanischen Kontinent 700, 2100 und 2600 Megahertz. Im asiatisch pazifischen Raum kommen 700, 1800, 2100, 2300 und 2600 Megahertz in Frage, hier ist die Vielfalt am größten. In Afrika wird LTE voraussichtlich auf 2100 und 2600 Megahertz gesendet, im Mittleren Osten auf 900 und 1800 Megahertz.