Die LTE-Frequenz 1.800 MHz

Weltweit stehen es über 40 verschiedene Frequenzbänder für die Mobilfunktechnik LTE zur Verfügung. Das stellt vor allem die Hersteller von LTE-Endgeräten vor große Herausforderungen.

In einem einzigen Smartphone oder LTE-Modem lassen sich nicht alle Frequenzen unterbringen, die Hersteller müssen sich auf einige wenige Frequenzen beschränken. Weltweit scheint sich jedoch die LTE-Frequenz 1.800 Megahertz (MHz) als Hauptband heraus zu kristallisieren.

Geringere Reichweite – höhere Downloadraten

In Deutschland erwarb die Telekom bei der LTE-Auktion im Jahr 2010 Frequenzen im Bereich von 1.800 MHz. Außerdem verfügt sie seit Jahren über Frequenzen in diesem Band, die noch aus dem Verkauf der GSM-Frequenzen stammen. Die Telekom hat von der Bundesnetzagentur die Genehmigung erhalten, diese Frequenzen umwidmen und ebenfalls für LTE nutzen zu dürfen. Ähnlich sieht es beim Netzbetreiber E-Plus aus. E-Plus verfügt über ein großes Spektrum im 1.800er-Band, das nach erfolgter Freigabe ebenfalls für LTE genutzt werden kann.

Die Frequenz im Bereich von 1.800 MHz stellt für die Netzbetreiber einen guten Kompromiss zwischen Reichweite und Übertragungsgeschwindigkeit dar. Während mit der hauptsächlich in Deutschland verwendeten Frequenz 800 MHz Funkzellen bis zu 10 Kilometer Größe errichtet werden können, ist die Reichweite von LTE 1.800 zwar kleiner, aber immer noch deutlich größer als bei LTE 2.600. Dafür sind mit LTE 1.800 Downloadraten bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) möglich, LTE 800 bietet maximal die Hälfte. Dafür dringt LTE mit der Frequenz 1.800 nicht so tief in Gebäude ein.

1.800er-Frequenz wird weltweit genutzt

Die Telekom nutzt ihre 1.800-MHz-Frequenzen für den Aufbau von LTE-Netzen in Städten. Damit verwendet die Telekom diese Frequenz bisher als einziger Anbieter. Ende 2012 hat die Telekom 100 Städte mit LTE 1.800 versorg, 2013 sollen weitere folgen. E-Plus kündigte Anfang 2013 an, spätestens 2014 ebenfalls LTE anzubieten. Dazu wird dann voraussichtlich ebenfalls die Frequenz 1.800 MHz genutzt.

Die Frequenz 1.800 MHz wird nach der Spezifikation des 3GPP (3rd Generation Partnership Project) auch als Frequenzband 3 bezeichnet. Weltweit scheint sich die 1.800er-Frequenz als die Hauptfrequenz für LTE zu etablieren. Neben mehreren europäischen Ländern (Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Norwegen, Polen, Spanien, Schweden, Ungarn, Tschechien) wird LTE 1.800 auch in Australien, einigen afrikanischen Ländern, Hongkong, Singapur, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Südkorea verwendet.

Endgeräte mit 1.800 MHz Frequenz

Beim Kauf einen LTE-Endgerätes muss besonders auf die unterstützten Frequenzen geachtet werden. Nicht alle LTE-Geräte funken auf jeder Frequenz. Für Deutschland sind neben der Frequenz 1.800 MHz die Frequenzen 800 und 2.600 MHz wichtig. Da ein Gerät nicht alle Frequenzen abdecken kann, bieten die Hardware-Hersteller die Endgeräte je nach Region mit unterschiedlicher Frequenzausstattung an.

Aber nicht alle Hersteller achten darauf, dass ihr Gerät mit den LTE-Netzen in den Verkaufsländern kompatibel ist. Prominentes Beispiel ist das iPhone 5, das in Deutschland nur in den 1.800-Netzen der Telekom LTE nutzen kann. Damit wird die weltweite Bedeutung der Frequenz 1.800 MHz auch durch die Vorgaben der Endgeräte-Hersteller gestärkt.

Autor: MB