2600-Megahertz-LTE: Große Datenmengen für große Städte

In Deutschland haben sich im Bereich von 2.600 Megahertz (oder 2,6 Gigahertz) die Telekom, Vodafone und O2 bei der Auktion der Funkfrequenzen im Mai 2010 jeweils Funkkanäle von 20 Megahertz Breite zum Senden und Empfangen gesichert.

E-Plus erwarb einen Doppelkanal von 10 Megahertz Breite beim Senden und Empfangen. Diese Kanäle ermöglichen prinzipiell FDD-LTE (Frequency Division Duplex-Long Term Evolution). Allerdings ist unklar, wie und wann E-Plus diese Frequenzen nutzen wird.

Dazu kommen 2600-Megahertz-Frequenzen für alle vier deutschen Mobilfunkbetreiber, in denen man TDD-LTE (Time Division Duplex-Long Term Evolution) betreiben könnte. Lediglich Vodafone hat bisher angekündigt, dass man auch diese Variante des LTE-Datenfunks in Betracht zieht.

Der 2600-Megahertz-Frequenzbereich

Der 2600-Megahertz-Frequenzbereich hat eine wesentlich geringere Reichweite. Er eignet sich vor allen Dingen zum LTE-Ausbau in Großstädten und Ballungsgebieten, wo die Basisstationen wegen der hohen Nachfrage ohnehin sehr viel dichter stehen müssen, als auf dem flachen Land. Allerdings ist er derjenige Frequenzbereich, in dem die große Kanalbreite von 20 Megahertz zur Verfügung steht – was eine schnellere Datenübertragung ermöglicht, als bei einer Kanalbreite von 10 Megahertz. Nach Angaben von Experten hat eine eine LTE-Funkzelle mit 2600 Megahertz durchschnittlich einen Durchmesser 600 Metern, eine die auf 800 Megahertz arbeitet im Durchschnitt einen Durchmesser von sechs Kilometern.

Einer Studie des Mobilfunkausrüsters Alcatel Lucent zufolge ist diese LTE-Frequenz auch der wahrscheinlichste Kandidat für eine weite internationale Verbreitung – auf dieser Wellenlänge könnten dann Geräte, die in Deutschland zum Empfang genutzt werden, auch in anderen Ländern und mit anderen Mobilfunkbetreibern in LTE-Netze gehen.

LTE-2600 in Europa und dem Rest der Welt

Der Bereich von 2.600 Megahertz wurde schon in den europäischen Ländern Norwegen, Finnland und Schweden für LTE vergeben (Stand August 2010), in Belgien sollen die Frequenzen bald versteigert werden.

Die Global Mobile Suppliers Association, ein Interessensverband der Mobilfunkbranche, sieht diesen Bereich als Schlüsselfrequenz für Europa und Asien. Nach Informationen des Verbandes wurden die Frequenzen in Honkong für einen LTE-Ausbau schon versteigert, in Malaysia steht die Auktion noch an. Der Kuweitische Mobilfunkbetreiber will in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad ein LTE-2600-Mobilfunknetz aufbauen. Die Telekommunikationsbehörden in Chile und Brasilien wollen Frequenzen in diesem Bereich für LTE-Netze versteigern.