LTE-Notebooks: Der Ratgeber

Ein LTE-Notebook ist ein tragbarer Computer mit einem eingebauten Funkmodem, das mit der LTE-Technik senden und empfangen kann.

Das eingebaute LTE-Modem ist eine kleine Funksendeanlage, die im Inneren des Computers liegt und von außen nicht zu sehen ist. Während bei Sticks, Routern und Modems in Kartenform diese Sendeanlagen von außen über einen Steckplatz ans Gerät angeschlossen werden, sind sie hier ins Gerät integriert. Solche Laptops mit eingebautem Funkmodem haben zunächst einen Vorteil: Steckplätze, wie beispielsweise die USB-Anschlüsse bleiben für andere Funktionen wie USB-Datenspeicher frei. Es gibt keinen vorstehenden Surfstick, den man immer bei sich tragen und einstöpseln muss, das Gerät hat die nötige Technik unter der Haube.

USA: Zuerst Surfsticks, jetzt Smartphones und Netbooks

Derzeit gibt es kein LTE-Notebook auf dem Markt, es ist auch keines angekündigt. Und das, obwohl die entsprechenden Chipsätze mit LTE-Funkmodem seit geraumer Zeit schon vorhanden sind: Im März 2010 stellte beispielsweise Chiphersteller Qualcomm seine Modems der Reihe Gobi vor, die alle mit LTE senden und empfangen können: Die LTE-Modelle MDM9200 und MDM9600 unterstützen auch HSPA+.

Die Betreiber von LTE-Netzen, so zeigen die Erfahrung aus Skandinavien, den USA und Japan bringen als erstes Surfsticks und Router auf den Markt – sie können an bereits vorhandene Laptops angeschlossen werden. Dann folgen mit sehr deutlichem Abstand Netbooks und Tablets.

Der erste Prototyp eines LTE-Notebooks: Toshibas T130

Das erste Notebook mit eingebautem LTE-Modem zeigte die japanische Firma Toshiba bereits auf dem Mobile World Congress 2010. Das Gerät bietet Geschwindigkeiten beim Herunterladen von 16 Megabit pro Sekunde. Es hat einen 13,3 Zoll großen Bildschirm mit 1366 mal 768 Pixel Auflösung. Es bietet Bluetooth und WLAN, um drahtlos mit externen Geräten zu kommunizieren. Der Arbeitsspeicher soll bis zu vier Gigabyte bieten, der Festplatten-Speicher bis zu 500 Gigabyte. Das Gerät wiegt 1,8 Kilogramm und ist zwischen 2,2 und 3,4 Zentimeter dick.

Den Toshiba T 130 gibt es schon im Handel, derzeit aber ohne LTE-Modem. Wann die ersten LTE-Modelle nach Deutschland kommen und wie viel sie kosten ist derzeit nicht bekannt.

Fazit: Der Kauf eines LTE-Laptops muss noch warten

Für Deutschland und Österreich sind derzeit noch keine LTE-Laptops in Sicht, wer sich ein solches Gerät zulegen will, wird wohl noch ein Weilchen warten müssen. Auch in Deutschland und Österreich werden die LTE-Betreiber zuerst auf Surfsticks und Router setzen, um die neue Technik möglichst schnell an möglichst viele Kunden zu verkaufen.

Trotzdem kann man schon jetzt einige Tipps für den Kauf geben: Das eingebaute Funkmodem sollte neben LTE in jedem Fall mindestens UMTS samt der Zusatztechnologie HSPA beherrschen, für Empfang und Senden in eher abgelegenen Regionen kann auch GSM mit den Datenfunktechniken GPRS und EDGE nicht schaden. Und Viel-Reisende sollten beachten: Um in Deutschland, den USA und Japan LTE zu empfangen braucht es alleine vier Frequenzen: 700, 800, 2100 und 2600 Megahertz.