LTE: Ausbau und Netzabdeckung

Die deutschen Netzbetreiber Telekom, Vodafone, Telefónica Germany (o2) und E-Plus treiben den Ausbau ihrer Netze mit dem schnellen 4G-Standard LTE seit nunmehr zwei Jahren zügig voran.

Bedingt durch die Auflagen der Bundesregierung lag der Fokus zunächst auf dem Netzausbau in den ländlichen Regionen. Nachdem viele Gebiete inzwischen mit Breitband-Internet per LTE versorgt sind, verlagert sich der LTE-Ausbau auf die Städte. 

4G-Breitband zuerst auf dem Land

Mit dem Kauf von LTE-Frequenzen im Frühjahr 2010 verpflichteten sich die Telekom, Vodafone und Telefónica Germany (o2) gegenüber der Bundesnetzagentur dazu, zuerst Regionen ohne Breitband-Internet mit LTE zu versorgen. Der Ausbau des LTE-Netzes wurde in vier Prioritätsstufen eingeteilt: Prioritätsstufe 1 gilt für Gebiete mit bis zu 5.000 Einwohnern, Stufe 2 für 5.000 bis 20.000 Einwohner, Stufe 3 für Gegenden mit 20.000 bis 50.000 Einwohnern und die Prioritätsstufe 4 für Regionen mit über 50.000 Einwohnern.

Die Vorgabe der Regierung lautete: erst wenn die Grundversorgung auf dem Land gewährleistet ist, darf 4G auch in Ballungsräumen ausgebaut werden. Inzwischen haben die Netzbetreiber die Auflagen in allen Bundesländern erfüllt und dürfen LTE  nun auch in Städten anbieten.

LTE-Netz-Ausbau dauert bis 2016 an

„Wir gehen davon aus, dass in Deutschland inzwischen mehr als zehn Millionen Haushalte LTE nutzen können“, erklärte Bernhard Rohleder, Geschäftsführer des IT-Branchenverbandes Bitkom bereits im ersten Quartal 2012. Dank LTE könne man schon von einer Breitband-Vollversorgung in Deutschland sprechen, so Rohleder.

Konkret heißt das, dass mit Hilfe des LTE-Mobilfunks fast 100 Prozent der deutschen Haushalte über einen schnellen Breitband-Internet-Anschluss verfügen. Trotzdem ist der LTE-Ausbau in Deutschland noch lang nicht beendet: Bisher hatten sowohl die Bundenetzagentur als auch die Mobilfunknetzbetreiber davon gesprochen, bis 2013 den LTE-Ausbau abgeschlossen zu haben. Die Bundesetzagentur hat diese Prognose mittlerweile korrigiert, neuer Stichtag ist jetzt der 1. Januar 2016.

LTE-Frequenzen für Stadt und Land

Im Jahr 2010 wurden die für Long Term Evolution (LTE) vorgesehenen Frequenzen versteigert. Dabei kamen verschiedene Frequenzbereiche unter den Hammer: Im Bereich um 800 Megahertz (MHz) waren Frequenzbänder durch die Abschaltung des terrestrischen Analogfernsehens frei geworden. Darüber hinaus wurden Blöcke im 1.800- und im 2.600-MHz-Band versteigert.

Die Frequenzen um 800 Megahertz sind für den Einsatz in dünner besiedelten Gebieten gut geeignet, denn sie weisen eine hohe Reichweite auf. Damit genügen wenige Funkmasten, um große Gebiete abzudecken. Die Netzausbaukosten halten sich dadurch in Grenzen, was angesichts weniger Kunden auf dem Land notwendig ist. Die Frequenzen um 1.800 und 2.600 MHz sind für den Einsatz in Ballungsräumen geeignet. Sie haben nur eine geringe Reichweite, doch werden viele Funkmasten benötigt, wenn sich viele Nutzer auf engem Raum befinden.

LTE-Speed: Bis zu 100 Mbit/s – theoretisch zumindest

Die Geschwindigkeiten in den LTE-Netzen liegen theoretisch bei bis zu 100 Mbit/s im Download und 50 Mbit/s im Upload. Doch je nach Tarif und Angebot surft man auch etwas langsamer. Seit 2013 sind in deutschland unter dem Kunstbegriff "§LTE Plus" auch LTE-Geschwindigkeiten mit 150 Mbit/s möglich. Bei den von den Netzbetreibern beworbenen Geschwindigkeiten handelt es sich um Maximalwerte. In der Praxis wird diese Download-Geschwindigkeiten kaum jemand erreichen.