EDGE als Übergangstechnologie

Das Modulationsverfahren EDGE (Enhanced Data Rates for GSM Evolution) wertet GSM-Datenverbindungen wie GPRS auf und ermöglicht Downloadgeschwindigkeiten zwischen 150 und 200 Kbit/s – dies entspricht rund 50 Prozent der UMTS Geschwindigkeit.

Die EDGE-Modulation nutzt dabei genauso viele Zeitschlitze (GSM-Kanäle) wie die herkömmliche GPRS-Modulation, erhöht aber die Anzahl der übertragenen Bits pro Kanal auf das dreifache. Die benötigten Netzressourcen bleiben im Verhältnis zu GPRS gleich und schonen die Netzauslastung bei deutlich erhöhtem Datendurchsatz.

Vorteile von EDGE

Da EDGE immerhin eine 3fache ISDN-Geschwindigkeit zulässt sind mobile Anwendungen wie zügiges Surfen im Internet, die Nutzung von MobileTV oder auch der Download größerer E-Mail-Dateianhänge ohne Probleme möglich. Maximal werden sogar 217,6 Kbit/s beim Empfang und 108,8 Kbit/s beim Senden von Daten erreicht – EDGE vervierfacht also die herkömmliche GPRS-Geschwindigkeit (53,6 Kbit/s beim Download und 26,8 Kbit/s beim Upload).

Außerdem benötigen EDGE-Nutzer keine teueren UMTS Endgeräte und auch die Netzbetreiber können EDGE ohne die im Verhältnis deutlich größeren Investitionen in UMTS-Infrastruktur und –Frequenz-Lizenzen bereitstellen. Aus diesen Gründen ist der EDGE-Standard seit geraumer Zeit z.B. in Osteuropa und den Alpenländern sehr beliebt.

EDGE wurde 2006 in Deutschland eingeführt

In Deutschland hat sich vor allem T-Mobile beim EDGE-Ausbau des eigenen Mobilfunknetzes seit der Einführung der Technologie im März 2006 engagiert. Deshalb profitieren insbesondere T-Mobile Kunden von der flächendeckenden Verfügbarkeit von EDGE, z.B. wenn sie Kosten sparend mobile Breitbanddienste nutzen möchten oder in dünn besiedelten Gebieten leben, wo sich der Ausbau auf UMTS für den Netzbetreiber auf absehbare Zeit nicht lohnt.

Für die UMTS und HSDPA-Nutzer ist die flächendeckende EDGE-Versorgung von T-Mobile immer dann von Vorteil, wenn man gerade in einem Gebiet ohne UMTS- bzw. HSDPA-Versorgung surft. In diesen Fällen ist der gefühlte Unterschied zwischen GPRS mit EDGE und GPRS ohne EDGE besonders groß. Oft wird der Fallback auf EDGE gar nicht bemerkt während der Handover zu herkömmlichem GPRS aufgrund der schwachen Übertragungsgeschwindigkeiten frustrierend sein kann.