IP Multimedia Subsystem

Beim Ausbau der Mobilfunknetze auf LTE (Long Term Evolution) soll ein vollständig auf IP (Internet Protocoll) basierendes Netz errichtet werden. Die Sprachtelefonie in Mobilfunknetzen wird derzeit aber nicht IP-basiert übertragen, sondern leitungsgebunden. Das wird in LTE-Netzen nicht mehr möglich sein.

Da Sprachübertragung eine zentrale Einnahmequelle für Netzbetreiber ist, ist der Wegfall leitungsgebundener Sprachübertragung ein drängendes Problem. Es wurden bereits einige Lösungsansätze hierfür entwickelt. Einer davon ist das IMS (IP Multimedia Subsystem).

Unterschiede verschwimmen

IMS ermöglicht den Zugriff auf ein IP-basiertes Netz, unabhängig davon, aus welchem Netz man kommt. IMS verbindet damit ein All-IP-Netzwerk mit anderen Netzen wie zum Beispiel GSM oder dem analogen Telefonnetz. IMS basiert auf SIP (Session Initiation Protocol), ein bereits bei VoIP (Voice over IP) verwendetes Protokoll. Es baut über ein IP-Netz Verbindungen zwischen den Teilnehmern auf.

Ziel des IMS ist es letztlich, die Schwelle zwischen verschiedenen Netzen verschwinden zu lassen. Für den Nutzer soll kein spürbarer Unterschied entstehen, mit welchem Gerät er auf welches Netz zugreift.

Mehr als nur eine Übergangslösung

Im Hinblick auf eine komplette Umstellung auf IP-basierte Kommunikation wird IMS als zukunftsträchtigste Technologie angesehen. Unterstützt wird diese Lösung innerhalb der GSM Association (kurz GSMA), einem weltweiten Verband der Mobilfunkwirtschaft, von der Initiative VoLTE. Für eine IP-basierte Lösung setzten sich von Anfang an die Mobilfunkbetreiber AT&T, Orange, Telefónica, Telia Sonera, Verizon Wireless, Vodafone, sowie die Netzwerkausrüster Alcatel-Lucent, Ericsson, Nokia Siemens Networks und die Handy-Hersteller Nokia, Samsung und Sony Ericsson ein.

IMS entspricht zwar den Spezifikationen des Third Generation Partnership Project, doch hat es auch Nachteile. So ist dieses Verfahren gerade in seinem Umfang technisch sehr aufwändig. Dieser Aufwand liegt vor allem an den unstrukturiert gewachsenen Diensten, die von IMS zusammengebracht werden müssen.