Quality of Service – Dienstgüte

Quality of Service (QoS) oder Dienstgüte ist ein Begriff aus dem Management von Computer- Telekommunikations- oder Mobilfunknetzen.

Er beschreibt ganz allgemein ein Regelwerk, das verschiedenen Dienstleistungen, Nutzern oder Datenströmen verschiedene Prioritäten zuordnet – um insgesamt ein zufriedenstellendes Ergebnis zu sichern. In den älteren Mobilfunknetzen ist dieses Regelwerk nicht sehr ausgeprägt. Für LTE wird es zu einem prägenden Faktor. Daher hat das Standardisierungsgremium 3GPP bereits ein QoS-Konzept vorgelegt, es findet sich in dem Papier TS 23.401.

Durch gut eingestellte QoS-Parameter kann der Datenverkehr in einem Netz effizienter gestaltet werden. Dienste, die stark von Faktoren wie Reaktionszeit des Netzes (Latenz) und Stabilität der Geschwindigkeit bei der Datenübertragung abhängen, müssen hierbei bevorzugt werden. Das führt zu höherer Kundenzufriedenheit.

Unterschiedliche Anforderungen

Verschiedene Arten von Datendiensten haben unterschiedliche Anforderungen an die Übertragungsqualität. Diese ist beispielsweise abhängig von der Reaktionszeit des Netzes (Latenz), der Varianz der Laufzeit von Datenpaketen (Jitter), dem Verlust einzelner Datenpakete und der Mindest-Übertragungsgeschwindigkeit.

Ein paar Beispiele: Eine Videokonferenz oder Online-Spiele sind sehr stark abhängig von allen vier genannten Faktoren, genauso wie Voice over IP. Video-Streaming oder IP-Fernsehen hingegen liegt in der Anfälligkeit eine Kategorie darunter. Hier werden Puffer aufgebaut, die Schwankungen und Packetverluste abfangen können. Einfaches Websurfen schließlich ist relativ unempfindlich gegen höhere Latenzzeiten und schwankende Übertragungsgeschwindigkeiten. Hier kann mit dem QoS eine Hierarchie einzelner Dienstleistung aufgebaut werden, die Dienste wie VoIP und Videokonferenzen einen Vorrang einräumt.

In bisherigen Mobilfunknetzen wird QoS nur wenig angewendet. Für LTE wird dies aber an Bedeutung gewinnen. Mit dem neuen Datenfunkstandard werden zunehmend Dienstleistunge  nachgefragt, die gegen Störungen empfindlich sind. Daher hat das Third Generation Partnership Project ein QoS-Konzept für LTE spezifiziert (3GPP TS 23.401).

Unterschiedliche Gewichtung

Die verschiedenen Faktoren können bei LTE auch unterschiedlich gewichtet werden. Dies geschieht in einem LTE-Netz beispielsweise über die Festlegung von verschieden Nutzdatenströme (Bearer): Es gibt Non-GBR-Bearer und GBR-Bearer. GBR bedeutet „Garantuied Bit Rate“, also garantierte Bitrate. Damit kann unterschieden werden, welcher Bearer Priorität in Bezug auf eine garantierte Datenrate erhält.