Daten senden und empfangen auf einem Kanal: TDD

LTE heißt die neue Datenfunktechnik, die derzeit in Deutschland aufgebaut wird. Und mit ihr kommen zwei unterschiedliche Methoden zum gleichzeitigen Senden und Empfangen von Daten.

FDD (Frequency Division Duplexing) und TDD (Time Disivision Duplexing): Beide Verfahren erlauben es, gleichzeitig Daten zu senden und zu empfangen. Derzeit setzen die Mobilfunkbetreiber in Europa, Asien und USA auf das aufwändigere FDD, China, Indien und Russland favorisieren das einfachere und kostengünstigere TDD. Dabei werden die Datenmengen auf einem Funkkanal zeitversetzt gesendet und empfangen.

Senden und Empfangen beim Datenfunk

Wer Datenfunk betreibt, muss grundsätzlich in zwei Richtungen tätig sein – das heißt jeder Teilnehmer am Datenfunk ist prinzipiell sowohl Sender als auch Empfänger. Dies gilt für alle möglichen Arten des Datenfunks – abgesehen von den sogenannten Rundfunktechniken die Fernseh- oder Rundfunkstationen nutzen: Hier wird nur in eine Richtung gesendet, nämlich von der Fernseh- oder der Rundfunkstation zum Zuschauer oder Zuhörer.

Anders beim mobilen Internet: Der Kunde empfängt nicht nur die Signale – beispielsweise die kompletten mobilen Internetseiten, sondern er sendet auch Daten – beispielsweise die Anweisung, auf eine neue Seite zu gehen. Normalerweise sind die Datenmengen, die der Kunde empfängt deutlich größer als diejenigen, welche er sendet. Deswegen sind die Empfangsgeschwindigkeiten in den Mobilfunknetzen (also das sogenannte Download) auch immer deutlich höher als das Tempo, in dem der Kunde die Daten sendet (das sogenannte Upload).

Senden und empfangen mit TDD

TDD ist eine Organisation von Senden und Empfangen, die bei vielen Funktechnologien eingesetzt wird, LTE ist eine davon. Bei TDD wird immer auf einer Frequenz beziehungsweise einem Funkkanal gleichzeitig gesendet und empfangen.

Die Daten zum Senden beziehungsweise Empfangen werden in kleine Pakete gestückelt und immer abwechselnd in kleinen Häppchen gesendet und empfangen – und dies in einem extrem kurzen Zeitabschnitt. Die Umschaltzeit ist so kurz, dass der Kunde  beispielsweise bei Sprachübertragungen im TDD-Modus dieses Umschalten gar nicht erst bemerkt.

Vorteile und Nachteile des TDD-Verfahrens

Als Vorteil des TDD-Verfahrens gilt unter Technikern, dass immer nur ein Funkkanal benötigt wird. Außerdem ist die Infrastruktur bei dieser Technik ein gutes Stück billiger und die Kapazitäten können dem Bedarf dynamisch angepasst werden. Allerdings gilt sie als weniger gut geeignet für Anwendungen, die eine geringe Latenzzeit – in diesem Fall beispielsweise die Reaktionszeit des Internet - erfordern. Außerdem sollen die Endgeräte mehr Energie verbrauchen – bedingt durch die schnellen Umschaltprozesse. In Deutschland soll TDD als Ergänzung zu FDD dazukommen, um Verkehrsspitzen abzufangen.